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Kokos Milchreis mit Tomaten Sorbet

Klebriges säure Spiel oder einfach Milchreis süß sauer.

Dieses Bild bzw. diese Kreation entstand vor ein paar Jahren.

Ich weiß noch wie ich in der Küche stand und es an diesen besagten Abend einen klassischen Milchreis für Hausgäste gab.

Dieser Anblick sah zwar zugegeben verführerisch aus, allerdings verspürt man manchmal einfach das Verlangen nach Abwechslung und Säure.

Gesagt getan:

Wahrscheinlich inspiriert durch den Anblick des klebrig süßen Milchreises stellte ich mir also die Frage, wie dieses doch recht unspektakuläre Mundgefühl multisensorisch interessanter gestaltet werden konnte?

Die Asiatische Küche insbesondere die Thailändische, ist bekannt für ihren Einsatz von markanten, würzigen und fruchtigen Komponenten und Zutaten, weshalb mich meine Assoziation in diese Richtung führte.

Der Reis als Sinnbild Asiens wäre der Ausgangspunkt, nur eben als spicy Thai Variante.

  • Rundkorn Reis in Kokosmilch mit Limettenblatt (ver)kochen.
  • 1-2 getrocknete Lavendelblüten zerstoßen und mit kochen.
  • Mit einem Spritzer Kokos Likör abrunden.

Okay den sticky Thai Milchreis hätten wir schon mal... nicht schlecht aber auch noch nicht das was ich mir vorgestellt hatte.

Die Magie entsteht mit den Säuren und deren Wechselspiel mit Textur und Temperatur.

Auf der Suche nach passenden Säuren stolperte ich mental über eine Erinnerung aus meiner Lehrzeit.

Damals hatten wir Kaninchen Saté mit Erdnuss Limetten Dip als Gericht für kurze Zeit auf der Karte.

Diese Kombination war Göttlich. Speziell die salzigen Erdnüsse mit der fruchtigen und erfrischenden Säure der Limette einfach ein Gedicht.

Aus diesen nostalgischen Anlass versuchte ich daher dieses Geschmacksprofil aus meinen Erinnerungen zu Extrahieren und zu Rekonstruieren.

  • Gesalzene Erdnüsse, Limettensaft & Zesten zusammen mit etwas Kokosmilch mixen und et voilà

Der WOW Effekt

Mein aufgepimpter Asia Milchreis konnte sich schon sehen lassen aber mir fehlte der besagte WOW Effekt.

Weshalb ich noch eine kurze Kühlhaus Tour startete um die noch fehlende Geheimzutat zu finden.

Nach kürzester Zeit stieß ich dann auch auf eine Flasche weißes Tomatenwasser (Saft) und es klickte in meinem Kopf.

Die Säure von Tomaten ist für mein Empfinden was ganz besonderes, da sie sehr "subtil stark" und zugleich nicht zu aufdringlich ist.

Der ideale Komplize für meinen Thai Kokosmilchreis.

Hot n Cold

Wenn die Basis kochend heiß, das Rundherum aromatisch, nussig, sauer ist.... was könnte einen mehr aus dem Sensorik Konzept werfen wie eine eiskalte Geschmacks Explosion?

Ich entschloss mich also kurzerhand dazu ein leckeres Tomaten Sorbet herzustellen als Grande Finale.

  • Weißes Tomatenwasser
  • Bourbon Vanille Mark
  • Glucose
  • Ahornsirup

Die Zutaten dafür alle zusammen miteinander aufkochen und in einen Pacobecher (Pacojet) füllen, danach das ganze in den Schockfroster und durchfrieren lassen.

Als das Ganze sich schließlich seinem Ende zuneigte hieß es nur noch das Sorbet herunterzulassen. (mixen) Die Konsistenz und der Geschmack waren einfach nur traumhaft.

Kennt ihr das? Wenn ihr etwas probiert und ihr danach nur noch schmunzeln und lachen müsst weil es euch so gut schmeckt? Genau einer dieser Momente. :)

Zum Schluss hieß es jetzt nur noch den Thai Milchreis zu regenerieren und zusammen mit der spritzigen, crunchy Erdnuss-Limetten Paste zu versehen.

Eine Nocke von dem Tomaten-Vanille Sorbet und das kalt warme Säurespiel hatte begonnen.

Wenn ich das Gericht in einen Löffel erklären müsste?

Stellt euch nun einmal vor ihr nehmt einen vollen Löffel, der noch heiße Reis dampft euch ohne Zurückhaltung aber doch charmant einen Hauch von Kokosnuss in die Nase.

Das gewohnte Mundgefühl von Milchreis, jedoch sobald ihr das erste mal auf die leicht nussig, salzige und fruchtig-saure Limette trefft erfrischt der Geschmack explosionsartig.

Die Säure zerschlägt bildlich gesprochen das wuchtig-schwere Gefühl der süßen Reisstärke und ersetzt es mit dem leichten nussigen Crunch der Erdnuss.

Das ganze fühlt sich im warmen Zustand allerdings immer noch sehr bodenständig an, bis ihr das Tomaten-Vanille Sorbet erreicht habt.

Mit dem abrupten Wechsel von warm auf kalt eröffnet sich schlagartig eine weitere neue Geschmacksdimension und Facette im Säureprofil die dem ganzen erst den richtigen frische Kick und WOW Effekt verleiht.

Die Erinnerung an dieses Gericht bereitet mir bis zum heutigen Tag noch immer eine kulinarische Freude.

Ich hoffe ich konnte mit dieser kleinen Story für euch in etwa nachkonstruieren wie dieses Bild bzw. Gericht entstanden ist und was ich mir zu dem Zeitpunkt ca. dabei gedacht habe :) Ich hoffe es hat euch gefallen.?

Tipps

Pacojet = Profi Küchengerät (mixt auch gefrorenes)

Da die wenigsten einen Schweizer nobel Power-Mixer für mittlerweile über 4000€ zuhause stehen haben, lässt sich die Sorbet Masse auch einfach auf ein Blech gießen und nach dem gefrieren zerstoßen und somit entsteht ein leckeres Granité ;)

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